Alter Sommerpalast

Die weitgehend zerstörten kaiserlichen Gärten des Alten Sommerpalastes liegen im Norden von Peking und waren ein Komplex von prachtvollen Palästen und Gärten. Der Alte Sommerpalast war ein Architekturwunder und wurde im Laufe des 18. und frühen 19. Jahrhunderts erbaut. Seine Ruinen sind heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Peking.

Er war die wichtigste kaiserliche Residenz des Qianlong-Kaisers und seiner Nachfolger aus der Qing-Dynastie. Während die Verbotene Stadt weiterhin für offizielle Zeremonien genutzt wurde, übernahmen Sie hier die Staatsangelegenheiten.

Der Alte Sommerpalast war ein Spitzenwerk der chinesischen Garten- und Palastgestaltung das für seine Gärten, Gebäude und die zahlreichen Kunstschätze bekannt war.

Die Anlage entstand ab 1709 und wurde im Lauf der Zeit ständig erweitert und ausgebaut. Ab 1780 erbaute man nach dem Vorbild von Versailles eine barocke Garten- und Palastanlage mit Fontänen, Wasserspielen und einem Irrgarten.

In seiner Blütezeit galt der Alte Sommerpalast als „Garten der Gärten“ und hatte gut 140 Gebäude. Er nahm eine Fläche von rund 350 Hektar ein, fast fünfmal so groß wie die Verbotene Stadt und achtmal so groß wie die Vatikanstadt. Hunderte von Bauwerken wie Hallen, Pavillons, Tempel, Galerien, Gärten, Seen und Brücken standen auf dem Gelände.

Insgesamt bestand der Alte Sommerpalast aus drei aneinandergrenzenden Bereichen:

  • Yuanming Yuan – „Garten der vollkommenen Klarheit“ oder auch „Garten der Vollkommenheit und des Lichts“ mit rund 200 Hektar Fläche.
  • Changchun Yuan –„Garten des Ewigen Frühlings“ mit rund 90 Hektar, im nordöstlichen Teil der Anlage. Daran angrenzend war Xiyan Lou, das kleine Versailles in Peking mit europäisch-barockem Einfluss.
  • Qichun Yuan – „Garten des Schönen Frühlings”, manchmal auch als Wanchun Yuan – „Garten der Zehntausend Frühlinge” bezeichnet mit etwa 60 Hektar.

Die Anlage des Alten Sommerpalastes wurde während des Zweiten Opiumkriegs im Oktober 1860 von einem anglofranzösischen Invasionsheer unter der Führung von Lord Elgin zerstört und geplündert. Den Berichten zu folge soll das Feuer drei Tage gewütet haben. Nur 13 Gebäude blieben intakt, die meisten davon in abgelegenen Gebieten. Jedoch wurde der Palast 1900 erneut geplündert und vollständig zerstört.

Einige der bedeutendsten Schätze landeten im Chinesischen Museum im Palast von Fontainebleau (Frankreich), das Kaiserin Eugénie 1867 eigens für die Unterbringung dieser neu erworbenen Sammlungen errichtete.

Nach der Plünderung des Alten Sommerpalastes zog der kaiserliche Hof der Qing in die Verbotene Stadt. Versuche, den Alten Sommerpalast wieder aufzubauen, scheiterten an den finanziellen Mitteln. In den 1880er Jahren wurde der angrenzende kaiserliche Garten, der Garten der klaren Wellen (der heutige Sommerpalast), für die Nutzung von Kaiserin Dowager Cixi als neuer Sommerfrische wiederhergestellt, wenn auch in kleinerem Umfang.

Foto: hecke61 / Shutterstock.com

Die Ruinen des Alten Sommerpalastes in Peking.
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