Chengdu

Chengdu (成都, früher auch Chengtu) ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan. Sie ist eine der drei bevölkerungsreichsten Städte im Westen von China, die beiden anderen sind Chongqing und Xi’an. Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2010 war Chengdu der fünftgrößte Ballungsraum Chinas mit 10.484.996 Einwohnern im bebauten Gebiet, einschließlich Xinjin County und Deyangs Guanghan City. Chengdu gilt als Weltstadt und eine der lebenswertesten Städte Chinas.

Der Riesenpanda, ein chinesisches Nationalsymbol, ist im Gebiet von Sichuan heimisch. Die Stadt beherbergt eine Riesenpanda Forschungs- und Zuchtstation – Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding.

Die Stadt liegt im Zentrum der Provinz Sichuan, umgeben von der Chengdu Ebene. Das Gebiet ist auch als „Land des Himmels“ (天府之国) oder „Land des Überflusses“ bekannt. Durch Chengdu fließt der Jing He oder Jing-Fluss, auch Jing Shui genannt. Er ist ein Nebenfluss des Wei He, dem größten Nebenfluss des Gelben Flusses. Die alten Bewässerungsanlagen von Dujiangyan wurden zum Weltkulturerbe erklärt.

Chengdu ist ein beliebter Ausgangspunkt für Besteigungen des Emei Shan (峨嵋山 / 峨眉山). Der Emei Shan mit seinen 3099 Metern Höhe ist eine Welterbestätte. Er ist einer der vier heiligen buddhistischen Berge in China und liegt im Becken der Provinz Sichuan. 1996 wurde der Emei Shan zusammen mit dem nahen Leshan in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die zahlreichen Tempel stehen auf der Liste der Denkmäler der VR China. Zu ihnen gehören u.a. die 48 Meter hohe Samantabhadra-Statue auf dem Goldgipfel. Die Statue besteht aus Kupfer und ist mit Gold überzogen. Sie ist der größte goldene Buddha der Welt. Im Inneren der Buddha-Statue befindet sich ein Tempel.

Ein besonderer Tipp ist ein Ausflug mit dem Zug zum maoistischen Klosterberg Quingcheng Shan. Mit dem Zug dauert die Fahrt von Chengdu nach Quingcheng Shan etwa eine Stunde. Anschließend geht es zu Fuß oder mit der Seilbahn vom Tempel Jianfu Gong am Fuß des Berges hinauf zum bekannten Kloster Tianshi Dong. Das Kloster ist auch als „Himmelsmeistergrotte“ bekannt und bietet die Möglichkeit eines mehrtägigen Klosteraufenthalts. Bei einem Aufenthalt hat man die Chance auf grandiose Sonnenaufgänge und romantische Sonnenuntergänge auf dem Berg und kann den Mönchen bei ihren Zeremonien zusehen.

Die Geschichte Chengdus reicht bis mindestens in das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück, als es Hauptstadt des Shu-Reichs während der Drei Königreiche war. Chengdu war im Mittelalter auch Hauptstadt anderer lokaler Königreiche. Artefakte aus dieser Dynastie sind der Schwerpunkt des Museums an der Fundstätte Jinsha. Die Stadt behielt als ihren Namen in der gesamten kaiserlichen, republikanischen und kommunistischen Zeit weitgehend unverändert bei.

Während des Zweiten Weltkriegs ließen sich viele Flüchtlinge in Chengdu nieder. Die meisten flohen vor den Japanern aus Ostchina. Nach dem Krieg wuchs Chengdus Bedeutung als wichtige Verbindung zwischen Ost- und Westchina. 1952 wurde eine Eisenbahnstrecke nach Chongqing gebaut, danach folgten Streckenverbindungen nach Kunming und Tibet. In den 1960er Jahren wurde Chengdu zu einem wichtigen Zentrum der nationalen Verteidigungsindustrie Chinas.

Heute ist Chengdu eines der wichtigsten Wirtschafts-, Finanz-, Handels-, Kultur-, Transport- und Kommunikationszentren in Westchina. Die Wirtschaft ist vielfältig und wird durch die Branchen Maschinenbau, Automobil, Medizin, Lebensmittel und Informationstechnologie geprägt. Der Chengdu Shuangliu International Airport, ein Drehkreuz von Air China und Sichuan Airlines, ist einer der 30 verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, und der Bahnhof Chengdu ist einer der sechs größten in China.

Chengdu, die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Foto: Sean Pavone / Shutterstock.com

Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten von China. Ihre Geschichte reicht bis mindestens 400 Jahre v. Chr. zurück.
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