Gunung Agung

Die höchste Erhebung auf Bali ist der Vulkan Agung, ein aktiver Schichtvulkan, mit 3.031 Metern Höhe. Der Berg gilt den Balinesen als heilig. Bereits vor der Einführung des Hinduismus wurde er von den Inselbewohnern verehrt.

An der Stelle des heutigen Tempels Pura Besakih befand sich bereits in Frühzeiten ein Heiligtum zur Verehrung des Berges und der hier wohnenden Ahnengeister. Heute ist der Pura Besakih Tempel mit seinen Altären, Schreinen und wertvollen Statuen das höchste Heiligtum auf Bali.

In der Mythologie wird der Vulkan Agung vielfach als Symbol für den Berg Meru betrachtet – dem Zentrum der Welt. Dieser Bergkult mischt sich mit der Verehrung Shivas, besonders in seiner Form als Sonnengott Surya, und dem Ahnenkult der Balinesen. In religiösen Zeremonien wird der Berg bestiegen, um dort in Palmblättern heiliges Wasser aufzufangen. Anschließend werden die Pilger mit dem Wasser benetzt.

Seinen letzten großen Ausbruch hatte der Agung (indonesisch Agung, von gunung „Berg“ und agung „groß, großartig“) in den Jahren 1963/64. Dies war damals der stärkste Vulkanausbruch in Indonesien seit dem Krakatauausbruch von 1883. Bei heftigen Ausbrüchen stürzten sich pyroklastische Ströme mit einer Länge von bis zu 14 km den Süd- und Südosthang hinab. Zum Teil erreichten die Lahare die Küste. In Pura Besakih wurden dabei die meisten Gebäude der Tempelanlage durch ein Erdbeben zerstört.

Seit September 2017 wird wieder eine erhöhte seismische Aktivität des Gunung Agung festgestellt. Der erste Ausbruch begann am 25. November, die Einstellung des Flugbetriebs war eine der Folgen. Am 11. und 15. Januar 2018 gab es jeweils eine explosive Eruption mit Ascheauswurf. Glühendes und flüssiges Material wurde nach der bis dahin größten Explosion am 19. Januar 2018 kilometerhoch geschleudert.

Foto: Putu Artana / Shutterstock.com

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