Reisterrassen

Reis ist das Grundnahrungsmittel der Balinesen und so verwundert es nicht, dass er einen hohen Stellenwert genießt. Die kleinen weißen Körner sind für die Inselbewohner ein Geschenk der Fruchtbarkeitsgöttin Dewi Sri und die Terrassen auf denen der Reis traditionell angebaut wird werden daher auch als „Himmelstreppen“ bezeichnet.

Die Gunst der Göttin Dewi Sri wird jeden Morgen aufs Neue mit Gebeten und Opfergaben erbeten. Alte Traditionen und Rituale spielen für die Reisbauern auf Bali noch heute eine wichtige Rolle. Sobald ein neues Reisfeld angelegt wurde, holen die Bauern heiliges Wasser aus einem Tempel und gießen es auf das Feld.

Der Reis kam vor rund 2.500 Jahren nach Bali. Händler aus China und Vietnam brachen den Reis und das Wissen rund um den bewässerten Anbau nach Bali. Seit dieser Zeit haben die balinesischen Reisbauern den dichten Urwald an den fruchtbaren Hängen der Vulkane gerodet und die heute weltberühmten Reisterrassen (sawah) angelegt.

Über Jahrhunderte wurde das komplexe Bewässerungssystem der Reisterrassen stetig verfeinert und perfektioniert. Organisiert werden Bewässerung und der Nassreisanbau durch die Subak, eine balinesische Bewässerungsgemeinschaft. Die Subaks wurden bereits 1022 durch ein königliches Edikt eingeführt. In Zentralbali, in der Nähe von Tabanan, zeigt ein Museum die Geschichte der Subaks und des Reisanbaus auf Bali. Die Region wird auch als die „Reiskammer von Bali“ bezeichnet.

Dank kilometerlanger Kanäle und umgeleiteter Bäche wachsen Jahr für Jahr mehr als 10 Tonnen Reis pro Hektar. Bis zu vier Ernten sind auf den fruchtbaren Terrassen im Jahr möglich. Eine Kooperative von Reisbauern in der Nähe von Tabanan hält sogar mit 15 Tonnen pro Hektar den Weltrekord.

Neu entwickelte und sehr ertragreiche Reissorten haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Bewohner Balis keinen Reis mehr importieren müssen.

Neben den weißen Reissorten bauen die Balinesen im zentralen Hochland der Insel auch schwarzen Reis an. Schwarzer Reis wird häufig zur Herstellung von Black Rice Pudding, einem süßen Klebereispudding, verwendet. Auch der hochprozentige Arak-Schnaps wird auf Bali aus schwarzem Reis gebrannt.

Foto: Tropical studio / Shutterstock.com

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