Pura Besakih

Der Pura Besakih auf Bali ist das zentrale hinduistische Heiligtum in Indonesien. Er ist der „Muttertempel“ aller balinesischen Tempel.

Die weitläufige Tempelanlage liegt am Fuß des Gunung Agung, einem aktiven Vulkan, auf einer Höhe von rund 950 Metern über dem Meer und ist Balis größter Tempel.

Die Gesamtanlage des Pura Besakih Tempels besteht aus mehr als 200 Gebäuden, zu denen neben den berühmten Tempeltürmen (meru), Schreine (pelinggih), offene Pavillons (bale) und weitere geschlossene Gebäude gehören. Die Fürstengeschlechter haben jeweils ihren eigenen Tempelbezirk. Dörfer, Kasten und Sippen verfügen über innerhalb der weitläufigen Anlage über eigene Tempel oder Schreine, jeweils umgeben von einer Mauer.

Der Pura Panataran Agung Besakih im Zentrum der Tempelanlage ist der heiligste der drei großen Tempelbezirke. Dort wird Sanghyang Widhi Wasa verehrt. In der Grundstruktur ist die Anlage nach der Trimurti, der Hindu-Göttertrinität Brahma-Shiva-Vishnu, gegliedert. Diesen drei Göttern sind auch die Hauptheiligtümer gewidmet.

Der Pura Besakih steht seit Oktober 1995 auf der Tentativliste als UNESCO-Welterbe. Der Tempel wurde bisher aber noch nicht in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Einmal jährlich findet bei Vollmond ein großes Tempelfest statt. Alle hundert Jahre nach dem balinesischen Mondkalender feiert man hier das Eka Dasa Rudra. Bei dieser großen Opferzeremonie wird das Universum symbolisch gereinigt.

Am 18. Februar 1963, symbolträchtig während des letzten Eka Dasa Rudra, brach der Gunung Agung aus. Bei diesem Vulkanausbruch kamen über 1100 Menschen ums Leben und 86.000 wurden obdachlos. Etwa ein Viertel Balis wurde damals mit Lava bedeckt. Östlich des Pure Besakih kam ein heißer Lava-Schuttstrom (Lahar) herunter. Ein Lavastrom bewegte sich damals auch auf den Muttertempel zu, teilte sich aber vor dem Tempel und verschonte ihn. Beim Ausbruch des Gurung Agung wurden am 18. Mai 1963 die meisten Gebäude durch ein Erdbeben zerstört. Bereits zuvor waren beim explosiven Vulkanausbruch Lapilli (erbsen- bis nussgroße Gesteinsfragmente) auf die Anlage niedergegangen.

Foto: cesc_assawin / Shutterstock.com

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