Fledermaustempel
Pura Goa Lawah

An der Steilküste zwischen Kusamba und Padang Bai liegt der Tempel Pura Goa Lawah. Den meisten Touristen auf Bali ist er wohl besser bekannt als Fledermaustempel oder Fledermaushöhle. Und das hat seinen guten Grund: In einer Höhle der Tempelanlage hängen unzählige Fledermäuse an der Decke, und das seit Jahrhunderten. Weder die täglichen Besuchermassen noch die prunkvollen Tempelzeremonien und vorbeiziehenden Prozessionen der gläubigen Balinesen stören die Tiere.

Die Höhle der Fledermäuse ist heilig und darf nicht betreten werden. Vor ihr stehen Opferschreine, an denen die Gläubigen ihre Gaben darbringen und beten. Für die Balinesen ist die Höhle des Pura Goa Lawah eine direkte Verbindung durch den Berg mit einem Ausgang im Tempel Pura Besakih am Gunung Agung. Eine spirituelle Verbindung zwischen der Ober- und Unterwelt.

Den der Pura Goa Lawah ist einer der neun Reichstempel auf Bali und hat eine große Bedeutung. Er ist Maheshwara geweiht und für die Gläubigen in allen Belangen rund um den Tod und das Jenseits wichtig. Im Tempel finden Verbrennungszeremonien mit anschließender Weihe der Asche statt. Die Asche der Verstorbenen wird anschließend im nahen Meer verstreut.

Nach der balinesischen Tradition leben in der Höhle nicht nur Fledermäuse, sondern auch zwei drachenartige Schlangen. Naga Basuki bzw. Sanghyang Basuki, die göttliche Schlange auf der Erde, und die Weltenschlange Antaboga. Tatsächlich leben in der Fledermaushöhle schlangen – Pythons um genau zu sein. Manchmal kann man sie auch am Höhleneingang beim Verzehr einer der Fledermäuse beobachten.

Der Pura Goa Lawah an der Ostküste Balis wurde 1007 gegründet und ab dem 17. Jahrhundert zur Verehrung der Könige von Klungkung genutzt. In den Zeiten der Kolonialherrschaft der Niederländer erlangte der Fledermaustempel eine besondere Bedeutung als Schutz vor den Truppen und als Symbol des erfolglosen Widerstands. 1904 trafen sich hier die Adligen der Insel um den Widerstand gegen die Niederländer zu besprechen.

Ganz in der Nähe vom Pura Goa Lawah Tempel, etwa 4 km südwestlich, liegt das Fischerdorf Kusamba mit seinen berühmten schwarzen Sandstränden.

Foto: Aleksandar Todorovic / Shutterstock.com

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