Pura Tanah Lot

Der Pura Tanah Lot Tempel, oft auch einfach als „Meerestempel“ bezeichnet, liegt an der Südwestküste von Bali. Übersetzt bedeutet Tanah Lot „Land inmitten des Meeres“.

Der Tanah Lot ist, vor allem bei Sonnenuntergang, eines der beliebtesten Fotomotive auf Bali.

Der Tempel ist auf einer Felsspitze im Meer, unweit des Ufers, erbaut. Bei Ebbe kann man den Tanah Lot Tempel zu Fuß erreichen, ohne dabei naß zu werden. Vom Strand aus erreicht man den Tempel nach einem 50 Meter langen Gang über rundgewaschene Steine und feinen dunklen Sand.

Die Entstehung des Tanah Lot wird dem Hindupriester Danghyang Nirartha, manchmal auch Pedanda Sakti Bau Rau genannt, zugeschrieben. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts musste Danghyang Nirartha wie viele andere Hindus und Buddhisten von dem sich auf Java ausbreitenden Islam nach Bali flüchten. Der Sage nach sah er während einer Wanderung ein Licht von der Westküste her aufsteigen. Als er sich diesem Licht näherte, bemerkte er ein kleines, nur wenige Meter von der Küste entferntes, felsiges und zauberhaft wirkendes Eiland. Er rastete und meditierte dort. Schon bald versammelten sich Schüler aus der näheren Umgebung um ihn. Um Konfrontationen mit dem ansässigen Priester zu vermeiden, versetzte Nirartha seinen Meditationsort auf die Felseninsel im Meer und schuf auf diese Weise den Tanah Lot Tempel.

Am Fuße des Tempelfelsens liegt eine kleine Höhle. In dieser befindet sich eine Süßwasserquelle, die somit quasi im Meer entspringt. Sie gilt den Balinesen als heilig und wird ständig von Priestern bewacht. Gegenüber der Quelle befindet sich in den am Festland gelegenen Klippen eine weitere Höhle, die Ular Suci. In dieser Höhle befinden sich die heiligen Schlangen. Diese werden ebenfalls von Priestern betreut. Obwohl die Schlangen hochgiftige Banded Seakraits sind, haben sie angeblich noch nie gebissen.

Foto: Dmitry Polonskiy / Shutterstock.com

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