Indonesien – Essen und Trinken

Die Vielfalt des Landes mit seinen zahlreichen Inseln und ethnischen Gruppen macht sich auch in der Küche bemerkbar. Die indonesische Küche besteht aus vielen Regionalküchen und wurde im Lauf der Zeit von der indischen und chinesischen Küche stark beeinflusst. Auch die Niederländer hinterließen während der Kolonialzeit ihre kulinarischen Spuren in Indonesien, vor allem mit einer Vielzahl an Kuchen und Torten.

Die indonesische Küche variiert stark von Region zu Region und ist sehr vielseitig. Die Küche auf Sumatra hat zum Beispiel oft orientalische und indische Einflüsse, mit Curryfleisch und Gemüse wie Gulai und Curry, während die javanesische Küche überwiegend einheimisch mit einem Hauch von chinesischem Einfluss ist. In Ostindonesien ähneln die Gerichte der polynesischen und melanesischen Küche. Elemente der chinesischen Küche sind in der indonesischen Küche vor allem bei Lebensmitteln wie Nudeln, Fleischbällchen und Frühlingsrollen zu sehen. Die indonesischen Molukken Inseln (Maluku), die als „die Gewürzinseln“ bekannt sind, trugen ebenfalls zur Einführung einheimischer Gewürze wie Nelken und Muskatnuss in die indonesische und globale Küche bei.

Insgesamt gibt es auf dem größten Archipel der Welt mehr als 5.300 traditionelle Rezepte. Rund 30 davon gelten als die wichtigsten indonesischen Gerichte.

Grundnahrungsmittel in Indonesien ist, wie in vielen südostasiatischen Ländern auch, der Reis in verschiedenen Formen. Traditionell gehören auch Maniok und Yams zu den Grundnahrungsmitteln, vor allem für den ärmeren Teil der Bevölkerung, der sich keinen Reis leisten kann oder klimatisch benachteiligt ist.

Bekannt ist Indonesien vor allem für seine Reis-, Nudel- und Suppengerichte, die man an einfachen Straßenständen kaufen kann oder etwas verfeinert auch in den Restaurants des Landes wiederfindet. Indonesien ist die Heimat des Sate, eines der beliebtesten und bekanntesten Gerichte des Landes. Sate-Spieße gibt es in vielen Variationen im ganzen Land.

Die indonesische Küche hat dank bestimmter Zutaten und der beliebten Bumbu-Gewürzmischung oft einen komplexen Geschmack. Der Geschmack indonesischer Gerichte wird am häufigsten als schmackhaft, scharf und würzig beschrieben. Viele der Gerichte weißen eine Kombination von süß, salzig, sauer und bitter auf. Die meisten Indonesier bevorzugen scharfe und würzige Speisen, daher hat die sambalische, indonesische scharfe und würzige Chili-Sauce mit Garnelenpaste einen festen Platz an allen indonesischen Tischen.

Einige beliebte Gerichte wie Nasi Goreng, Gado-Gado, Satay und Soto sind in Indonesien allgegenwärtig und gelten als Nationalgerichte. Das offizielle Nationalgericht Indonesiens ist jedoch Tumpeng. Es wurde 2014 vom indonesischen Ministerium für Tourismus und Kreativwirtschaft als das Gericht gewählt, das die Vielfalt der verschiedenen kulinarischen Traditionen Indonesiens verbindet. 2018 wurden von gleicher Stelle fünf weitere Nationalgerichte gewählt: Soto, Rendang, Satay, Nasi Goreng und Gado-Gado.

Einige der beliebten Gerichte aus Indonesien sind auch in den Nachbarländern Malaysia und Singapur weit verbreitet, zum Beispiel Satay, Rindfleisch-Rendang und Sambal. Auch Gerichte auf Sojabasis, wie z.B. Tofu- und Tempeh-Variationen, sind sehr beliebt.

Tempeh gilt als eine javanische Erfindung, eine lokale Anpassung der Fermentation und Produktion von Lebensmitteln auf Sojabasis. Ein weiteres fermentiertes Lebensmittel ist oncom, ähnlich wie tempeh, aber mit einer Vielzahl von Basen (nicht nur Soja), die von verschiedenen Pilzen hergestellt werden und besonders in Westjava beliebt sind.