Akasaka Palace (State Guesthouse)

Der Akasaka-Palast (赤坂離宮, Akasaka rikyū) ist eine der beiden Regierungsresidenzen in Japan und wird heute als Gästehaus der Regierung (迎賓館, Geihinkan) genutzt.

Das Gebäude im neobarocken Stil wurde von dem Architekten Katayama Tōkuma (片山 東熊), einem ehemaligen Schüler von Josiah Conder, entworfen. Es wurde zwischen 1899 und 1909 erbaut und sollte als Residenz des Kronprinzen dienen (東宮御所 Tōgūgosho). Das Hauptgebäude des Akasaka-Palast ist das einzige Gebäude im Neobarock-Stil in Japan und erinnert in seiner Architektur an den Buckingham-Palast. Es ist eines der größten Gebäude, das während der Meiji-Periode errichtet wurde und hat eine Fläche von ca. 15.000 m² ein. Zusammen mit einem kleineren Gebäude im japanischen Stil und dem umgebenden Gelände hat der Komplex eine Gesamtfläche von 117.000 m². Rund um den Palast gibt es einen 3,25 km langen Weg, der frei von Straßenkreuzungen ist.

Seit 1974 dient als Gästehaus der japanischen Regierung. Der Palast liegt im Bezirk Moto-Akasaka (Sonderbezirk Minato) in Tokio und wurde im Jahr 2009 zum Nationalschatz Japans erklärt.

Prinzregent Hirohito lebte von September 19234 bis September 1928, zwei Monate vor seiner Krönung, im Akasaka-Palast. Der Prinz war am 28. August 1923 nach Akasaka umgezogen, während sein gewöhnlicher Wohnsitz gerade renoviert wurde, als vier Tage später das Große Erdbeben von Kantō (1. September) stattfand. Was als vorübergehender Umzug vorgesehen war, dauerte fünf Jahre. Während seines Aufenthalts im Akasaka-Palast heiratete der Prinz und bekam zwei Töchter: Prinzessin Sachiko (die nach sechs Monaten starb) und Prinzessin Shigeko.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Verwaltung des Palastes an die japanische Regierung über, und der Palast hörte auf, eine kaiserliche Residenz zu sein. Mehrere Regierungsabteilungen wurden in dem Gebäude eingerichtet. Auch das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio hatte im Akasaka-Palast seine Büroräume.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg sah die japanische Regierung die Notwendigkeit einer standesgemäßen Unterkunft für Staatsgäste. Die ehemalige Residenz von Prinz Asaka (heute Metropolitan Museum of Teien Art in Tokio) wurde für diesen Zweck genutzt, war aber für die damalige Zeit zu klein. Im Jahr 1967 wurde beschlossen, den Asakusa-Palast zu diesem Zweck zu renovieren. Die Renovierung wurde vom Architekten Togo Murano geleitet, kostete 10,8 Milliarden Yen und dauerte fünf Jahre (1974). Der erste offizielle Gast war Gerald Ford im Jahr 1974. Es war der ersteBesuch eines amtierenden US-Präsidenten in Japan. Seitdem hat es unzählige offizielle und staatliche Gäste beherbergt und diente als Veranstaltungsort für internationale Konferenzen, darunter die G7-Gipfel von 1979, 1986 und 1993 sowie die Gipfeltreffen des Forums für Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (APEC).

Das Gebäude wurde zwischen 2006 und 2009 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und im April 2009 wiedereröffnet. Im Dezember 2009 wurden das Hauptgebäude, das Haupttor und der Garten mit seinem Springbrunnen zum Nationalschatz Japans erklärt.

Die dem Palast am nächsten gelegene Station ist der Bahnhof Yotsuya.

Foto: Leonid Andronov / Shutterstock.com

Der Akasaka Palace ist das Gästehaus der japanischen Regierung. Seine Architektur erinnert an den Buckingham-Palast.
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