Rangun

Rangun (Yangon) ist die größte Stadt in Myanmar und das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die ehemalige Hauptstadt liegt im Süden, am Ostrand des Irrawaddydeltas, in der Nähe des Golfs von Martaban. Bis zur Verlegung des Regierungssitzes nach Naypyidaw im Jahr 2005 war Rangun die Hauptstadt von Myanmar. Rangun hat rund 5,5 Millionen Einwohner, in der Metropolregion leben etwa 6 Millionen Menschen.

Als ehemalige Hauptstadt ist Rangon noch heute die weltoffenste Stadt des Landes mit einem ausgeprägten Nachtleben, qualitativ hochwertigen internationalen Restaurants und zahlreichen Museen.

Der berühmte Shwedagon Stupa (Shwedagon-Paya) auf den Ausläufern der Pegu-Joma-Bergkette überragt die Stadt. Er ist das Wahrzeichen und religiöse Zentrum von ganz Myanmar. Auch politisch ist die Shwedagon Pagode ein wichtiger Ort: 1920 war sie Mittelpunkt der Freiheitsbewegung in der Studentenrevolte gegen die britische Kolonialregierung.

In Rangon befinden sich unter anderem das Nationalmuseum für Kunst und Archäologie, die Nationalbibliothek von Myanmar und die Weltfriedens-Pagode aus dem Jahr 1952. Die Pagode wurde zu Ehren des 2500. Todestages von Buddha erbaut.

Die Stadt vereint britische, burmesische, chinesische und indische Einflüsse. Sie ist bekannt für ihre koloniale Architektur, die zwar verfällt, aber immer noch ein einzigartiges Beispiel für eine britische Kolonialhauptstadt des 19. Jahrhunderts in Asien bleibt.

Rangon wurde Anfang des 11. Jahrhunderts als kleines Fischerdorf mit dem Namen Dagon gegründet und entwickelte sich um die Shwedagon-Pagode. König Alaungpaya eroberte das Dorf 1755 und nannte es in „Rangon“ um. Er erweiterte das Dorf durch neue Siedlungen. Während des Ersten Anglo-Burmesischen Krieges (1824-26) eroberten die Briten vorläufig Rangon, gaben es aber später wieder zurück. 1841 wurde die Stadt durch einen Brand zerstört.

Seit den 1990er Jahren, als sich Myanmar langsam öffnete, entstanden neue Hochhäuser. Reformen im Jahr 2013 brachten einen weiteren Bauboom. Vor allem im Stadtzentrum wird fleißig gebaut und saniert.

Die Verlegung der Hauptstadt an den abgelegenen Ort Naypyidaw war nicht die einzige Veränderung im Land. Auch der Name des Landes änderte sich von Burma in Myanmar und auch die Flagge wurde geändert. 2010 wurde die Flagge erneut umgestaltet.

Ausländische Gäste müssen in Myanmar ihre Pässe in Hotels und Privatunterkünften registrieren. Es gibt jedoch keine Bestrebungen mehr, Touristen und Ausländer zu verfolgen oder anderweitig zu überwachen. Es ist jedoch nach wie vor illegal, sich in einem Privathaushalt aufzuhalten, ohne sich vorher bei der örtlichen Gemeindebehörde anzumelden.

Foto: ESB Professional / Shutterstock.com

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