Singapur – Allgemeine Informationen über den Stadtstaat

Die Republik Singapur ist ein Stadtstaat in Südostasien und liegt an der äußersten Südspitze der malaysischen Halbinsel, rund 152 km nördlich des Äquators. Singapur erstreckt sich über einen Archipel von rund 60 Inseln, von denen die größte und wichtigste die Insel Singapur ist, auf der sich auch die Metropole befindet.

Im Norden ist Singapur von Malaysia durch die Straße von Johor getrennt, im Süden von den indonesischen Inseln Riau durch die Straße von Singapur. Mit 697 km² ist Singapur das kleinste Land in Südostasien. Das Territorium ist durch Landgewinnung stetig gewachsen. Im kolonialzeitlichen Zentrum der Stadt liegt der Pandang, der seit den 1830er-Jahren als Cricket-Platz genutzt wurde und heute von prachtvollen Gebäuden wie dem Rathaus mit seinen 18 korinthischen Säulen umgeben ist. Im chinesischen Viertel Chinatown von ca. 1820 liegt der rot-goldene Buddha Tooth Relic Tempel, in dem sich ein Zahn Buddhas befinden soll.

Der Stadtstaat ist das viertgrößte Finanzzentrum der Welt und ist eine der wichtigsten kosmopolitischen Städte, mit einer wichtigen Rolle im internationalen Handel und Finanzwesen. Der Hafen gehört zu den fünf größten Häfen der Erde.

Seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr., als sich dort die ersten Menschen niederließen, ist die Insel Singapur Teil mehrerer regionaler Reiche. Das „moderne“ Singapur wurde 1819 vom Briten Thomas Stamford Raffles als Handelsposten der British East India Company mit Erlaubnis des Sultanats Johor gegründet. Das Vereinigte Königreich gewann 1824 die Souveränität über die Insel. Singapur, das von den Japanern während des Zweiten Weltkriegs besetzt war, erklärte 1963 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Singapur wurde in eine Föderation mit Malaya, Sabah und Sarawak entlassen und unabhängig. Bereits im Herbst 1964 kam es jedoch zu massiven Unruhen zwischen chinesischen und nichtchinesischen Einwohnern. Aus Angst vor einer Ausbreitung der Unruhen wurde Singapur am 7. August 1965 aus der Föderation ausgeschlossen. Bereits zwei Tage später erkannte Malaysia die Souveränität Singapurs als Staat an. Der 9. August ist seitdem der Nationalfeiertag in Singapur.

Seitdem hat sich der Stadtstaat rasch entwickelt und zählt als einer der „vier asiatischen Tiger“. Singapur ist heute eine der wichtigsten Metropolen und eine der Drehscheiben des Welthandels. Gemessen an der Kaufkraft hat Singapur das dritthöchste Pro-Kopf-Einkommen weltweit und nimmt Spitzenplätze bei den Themen Bildung, Gesundheit, politische Transparenz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ein.

Das Land hat eine lange Geschichte der Einwanderung und eine vielfältige Bevölkerung. Die mehr als 5 Millionen Einwohner stammen vor allem aus China, Malaysia, Indien und anderen asiatischen Staaten sowie Europa. 42% der Bevölkerung sind Ausländer, hier zur Arbeit oder zum Studium. Ausländische Arbeitnehmer machen 50% des Dienstleistungssektors aus. Singapur ist nach dem Fürstentum Monaco das am zweithäufigsten besiedelte Land der Welt und erreichte 2009 die höchste Konzentration von Millionären im Verhältnis zur Bevölkerung, vor Hongkong, der Schweiz, Katar und Kuwait.

Die Bevölkerung, etwa fünf Millionen Einwohner, ist sehr vielfältig: rund zwei Millionen sind ausländischer Herkunft und unter den Einheimischen, 75% sind Chinesen und der Rest sind Minderheiten von Malaien, Indern und Europäern. Diese Vielfalt spiegelt sich in den vier Amtssprachen des Landes wider: Chinesisch, Englisch, Malaiisch und Tamil. Englisch wird vor allem als Geschäfts- und Verkehrssprache angewandt.

Das Wort „Singapur“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt „Löwenstadt“ (simha: Löwe und Pura: Stadt). Zur Zeit der ersten Besiedelung ab dem 7. Jahrhundert trug der Ort noch den Namen Temasek, die „Stadt am Meer“.

Der Legende nach flüchtete der hinduistische Prinz und spätere Herrscher Singapurs Sang Nila Utama aus Sumatra im 14. Jahrhundert dorthin. Er war wegen der Heirat mit einer javanischen (buddhistischen) Prinzessin in die politischen Wirren zwischen dem buddhistischen Srivijayareich von Sumatra und dem hinduistischen Majapahitreich auf Java geraten. Im dichten Dschungel soll dem Prinzen ein Löwe begegnet sein. Als der junge Mann gegen den Löwen kämpfen wollte, sahen sie sich in die Augen, der Prinz senkte sein Schwert und der Löwe verschwand. Der Prinz nannte die Stadt fortan „Löwenstadt“. Seit dem Jahr 1964 ist der Merlion, ein Fabelwesen mit einem Löwenkopf und einem Fischkörper, das offizielle Wahrzeichen von Singapur.