Sri Lanka – Allgemeine Informationen

Die Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka (ශ්රී ලංකා) ist ein Staat auf der gleichnamigen Insel vor der Südostküste des indischne Subkontinents. Bis 1972 war Sri Lanka offiziell als Ceylon bekannt. Wegen ihrer besonderen Form und der Nähe zur indischen Küste wird die Insel manchmal auch als die Träne Indiens bezeichnet. Sri Lanka ist Teil des British Commonwealth.

Die heutige Hauptstadt Sri Jayawardenapura Kotte, Sitz des Parlaments von Sri Lanka, liegt im Großraum der ehemaligen Hauptstadt Colombo. Colombo ist die größte und bevölkerungsreichste Stadt von Sri Lanka und noch heute Sitz von einigen Ministerien und ausländischen Botschaften.

Die Insel Sri Lanka ist vor allem für ihren Tee (Ceylon Tee), Kaffee, Kautschuk und den Anbau von Gewürzen und Kokosnüssen bekannt. Das reiche Kulturerbe zu dem u.a. die Ayurveda-Tradition zählt, machen die Insel vor Indien zu einem beliebten Urlaubsziel für Touristen aus aller Welt.

In der Antike war Sri Lanka unter mehreren Namen bekannt. Altgriechische Geographen nannten es Taprobana und die Araber nannten die Insel Serendib (daher der Begriff Serendipity). Von den Portugiesen, die 1505 dort ankamen, wurde es Ceilão genannt, also von der englischen Transliteration Ceylon (auf Italienisch “silon”). 1972 wurde der Name des Landes in “Freie, unabhängige und souveräne Republik Sri Lanka” geändert. Die Einwohner bezeichnen die Insel als Sri Lanka (ලංකාව). Der aktuelle Name kommt vom Sanskritwort laṃkā, was “leuchtende Insel” bedeutet, ein Begriff, der bereits in den alten indischen Eposgeschichten Mahābhārata und Rāmāyaṇa verwendet wird.

Die Insel Sri Lanka, ehemals Ceylon, liegt im Indischen Ozean, mit dem Golf von Bengalen im Nordosten, getrennt vom indischen Subkontinent durch den Golf von Mannar und die Palkstraße. Die Adam’s Bridge (Adamsbrücke) ist eine schmale Landverbindung mit Indien, die weitgehend unter Wasser liegt und nur an einigen Stellen für kleine Fischerboote passierbar ist. Die Landverbindung besteht aus Sandbänken und Korallenriffen. Nach der indischen Mythologie wurde die Landverbindung zwischen Sri Lanka und Indien während der Herrschaft von Rāma gebaut, daher auch die weiteren Bezeichnungen Rama’s Bridge und Rama Setu. Es ist eine wenig bekannte Tatsache, dass das niedrigste Gravitationsfeld der Erde nur wenige Kilometer vor der Küste Sri Lankas liegt.

Die Insel ist tropfenförmig und meist flach. Im zentralen südlichen Teil von Sri Lanka befinden sich die einzigen Berge der Insel. Darunter der Pidurutalagala, der mit 2.534 Metern Höhe der höchste Gipfel Sri Lankas ist und der Gipfel des Adam. Das Klima ist äquatorial, auf der Insel gibt es einen Wald, der sich in die Ebene erstreckt.

Zu den größten Flüssen auf der Insel gehören der Mahaweli River, der Kelani River, der in der Nähe von Columbus mündet, der Kala Oya und dem Aruvi Uru River.

Die wichtigste Stadt von Sri Lanka ist nach wie vor Colombo. Das Parlament hat aber seinen Sitz im nahegelegenen Sri Jayewardanapura Kotte. Weitere große Städte auf Sri Lanka sind Jaffna, Negombo, Galle und Kandy.

Die Kunst auf Sri Lanka war in den letzten Jahrhunderten immer religiös geprägt. Die beiden typischen Gebäudetypen waren die Dagoba, ein Heiligtum mit den Reliquien eines Heiligen in Form einer Glocke, deren Eingang durch eine Treppe führt, die von zwei Balustraden flankiert und von zwei Steinwächtern bewacht wird und die Bodhi-Gara, d.h. ein dekoriertes Gehege mit dem heiligen Baum, dem Bodhi, unter dem Buddha die Erleuchtung erreichte. In Anurādhapura sind die Überreste eines neunstöckigen Klosters erhalten, das durch eine bronzene Kuppel gekrönt ist. In Sigiriya sind noch die Spuren eines schönen Palastes mit den Fresken von 21 Damen in einer Prozession zu sehen.

Die singhalesische Küche ist eine der charakteristischsten Küchen Südasiens – mit Einflüssen aus der indischen Küche. Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel des Landes und Hauptbestandteil der meisten Gerichte. Besonders beliebt sind vor allem würzige Currys, die normalerweise zu Mittag und zu Abend gegessen werden.

Etwa 75% der Einwohner Sri Lankas gehören zur singhalesischen Mehrheit, die überwiegend buddhistisch und insbesondere in der Tradition des Theravada lebt. Eine weitere große Gruppe auf der Insel sind die Tamilien, die 18% der Bevölkerung ausmachen. Die Tamilen sind überwiegend Hindus und leben vor allem im Norden und Osten des Landes. Auf der Insel gibt es auch eine kleine zoroastrische Minderheit, die ursprünglich aus Indien (parsi) stammt und während der britischen Zeit in Sri Lanka ankam.

Sowohl Singhalesisch als auch Tamilisch haben seit dem Abkommen zwischen Indien und Sri Lanka im Jahr 1989 den Status einer Amtssprache. Die häufigsten Sprachen sind Singhalesisch (Englisch), Tamilisch und Englisch. Alle drei Sprachen werden sowohl im Unterricht als auch in der Verwaltung verwendet. In der Wirtschaft hat Englisch eine dominierende Rolle.

Über fast zwei Jahrtausende wurde Sri Lanka von verschiedenen Königreichen regiert. Ab dem 16. Jahrhundert wurden große Teile der Insel zu Kolonialgebieten der Portugiesen und später der Niederländer. Nur das im Hochland der Insel gelegene Königreich Kandy konnte sich lange gegen die Kolonialmächte behaupten. Im Jahr 1815 wurde das ganze Land Teil des Britischen Weltreichs. 1948, nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Kampf gegen das japanische Kaiserreich, wurde Sri Lanka unabhängig. Der innere Frieden im Land ist jedoch durch die Gegensätze zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit stark belastet. Zwischen 1983 und 2009 herrschte auf Sri Lanka ein Bürgerkrieg zwischen  tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung.