Daegu

Mit über 2,5 Millionen Einwohnern ist Daegu (대구, 大邱) die viertgrößte Stadt in Südkorea – nach Seoul, Busan und Incheon. Daegu und die umliegende Provinz von Nord-Gyeongsang bilden die drittgrößte Metropolregion Daegu-Gyeongbuk in Südkorea mit insgesamt über 5 Millionen Bewohnern.

Daegu (Taegu) bedeutet übersetzt in etwa „großer Hügel“ und liegt im Südosten des Landes in der Nähe des Geumho-Flusses und seines Hauptstroms, dem Nakdong-Fluss in Gyeongsang-do. Die Küste ist rund 80 km entfernt.a

In der Antike gab es ein Proto-Land namens Jinhan, zu dem das heutige Daegu-Gebiet gehörte. Später gehörte Daegu zum Königreich Silla, das die koreanische Halbinsel vereinte. Während der Zeit der Joséon-Dynastie war die Stadt die Hauptstadt von Gyeongsang-do, einer der traditionellen acht Provinzen von Korea.

Landwirtschaft und Obstanbau haben eine lange Tradition in Daegu, was der Stadt auch den Beinamen „Apple City“ einbrachte. Außerdem war Daegu lange ein Zentrum der koreanischen Textilindustrie. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich Daegu zu einem Wirtschaftsmotor Koreas und war bis in die 1980er Jahre führend in der Elektroindustrie. Seit Gründung der Freien Wirtschaftszone Daegu-Gyeongbuk konzentriert sich die Stadt auf die Förderung der Mode- und Hightech-Industrie.

Der Palgongsan ist ein Berg nordöstlich von Daegu und rund 20 km von der Innenstadt entfernt. Der zentrale Gipfel des Berges heißt Birobong und ist 1.192 hoch. Daneben gibt es noch andere Gipfel wie Dongbong und Seobong. Obwohl das Gebiet zu Daegu City gehört, umfasst es vier weitere Städte und hat eine Gesamtgröße von 30.593 km². Überall rund um den Berg gibt es unzählige Buddha Statuen und Pagoden. Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist der Steinbuddha Gatbawi auf dem Gipfel des Gwanbong Berges, der für sein Stein-Gat (traditioneller koreanischer Hut) bekannt ist. Menschen aus dem ganzen Land besuchen den Ort in der Hoffnung, dass Buddha ihnen einmal im Leben einen Wunsch erfüllen wird.

Am Rande der Stadt gibt es in den Bergen viele traditionelle Tempel wie Donghwasa, Pagyesa und Buinsa. Donghwasa ist ein buddhistischer Tempel, der 493 von Priester Geukdal-hwasang erbaut wurde. Rund um den Tempel gibt es immer wieder interessante archäologische Funde. Das International Tourist Zen Meditation Center ist Koreas einziges Zen-Themenzentrum. Einige Hörsäle oder Gedenkstätten wie Dodong-Seowon (도동서원; 道東書院) und Nokdong-Seowon (녹동서원; 鹿洞書院) befinden sich ebenfalls in den Vororten.

Rund um Daegu sind noch einige alte Dörfer erhalten geblieben, zum Beispiel Otgol und Inheung (Nampyeong Mun's). Otgol war das Heimatdorf des Gyeongju Choi Clans. Im Stadtgebiet von Daegu sind noch traditionelle Verwaltungs- und Bildungsgebäude aus der Joséon-Dynastie mit Gyeongsang-gamyeong (경상감영, 慶尙監營) und Daegu-hyanggyo (대구향교, 大邱鄕校) erhalten. Das einstige Haupttor der Stadt, Yeongnam-jeilmun (영남제일문, 嶺南第一門, ist restauriert im Mangudang Park zu besichtigen.

Außerdem trifft man häufig auf westliche Architektur, zum Beispiel bei der Gyesan-Kathedrale und der alten Jeil-Kirche. Die Gyesan-Kathedrale ist das drittälteste gotische Kirchengebäude in Korea und Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese von Daegu. Die Diözese ist eine von drei Erzdiözesen in Südkorea. Berühmt sind auch mehrere Gebäude in der heutigen Keisung Academy und der KNU Middle/High School.

Yangnyeongsi (약령시, 藥令市) in Namseongno (oft auch Yakjeon-Golmok genannt) ist der älteste Markt für koreanische Heilkräuter im Land. Der Markt hat eine über 350-jährige Geschichte. Bongsan-dong mit einigen Kunstgalerien und Studios wird seit den 90er Jahren als künstlerisches Zentrum der Stadt entwickelt. In der Nähe befinden sich unter anderem Haeinsa – ein buddhistischer Tempel, in dem sich die Tripitaka Koreana befindet, eine Holzschnittausgabe der Tripitaka und eine der ältesten erhaltenen vollständigen Sammlungen buddhistischer Schriften. Haeinsa liegt im Gayasan Nationalpark Hapcheon, Gyeongnam. Die historische Stadt Gyeongju, Gyeongbuk, die Hauptstadt des alten Königreichs Silla, liegt östlich von Daegu.

Daegu in Südkorea. Foto: Rakchat / Shutterstock.com

Daegu in Südkorea.
Foto: Rakchat / Shutterstock.com