Südkorea – Essen und Trinken

Die koreanische Küche hat ihren Ursprung in den prähistorischen Traditionen der koreanischen Halbinsel und entwickelte sich durch ein komplexes Zusammenspiel von ökologischen, politischen und kulturellen Ereignissen. Korea ist eine Region, die für die Vielfalt und Qualität ihrer Küche bekannt ist. Ihre großen Klassiker können ein einzigartiges Repertoire zur Ehre des Geschmacks in all seinen Formen und in allen Zubereitungsarten nicht überschatten. Die koreanische Küche unterscheidet sich von der ihrer Nachbarländer, insbesondere Japan und China,

Die traditionelle koreanische Küche basiert weitgehend auf der Verwendung von Reis, eine Vielzahl von Gemüse und Wildgemüse, Meeresfrüchten, Fleisch und Fisch. Koreanische Gerichte zeichnen sich durch eine große Anzahl an Beilagen (Banchan, 반찬) aus, die zu gedünstetem Langkornreis passen. Das bescheidenste Essen besteht aus drei Arten, während ein königliches Bankett durchaus auch zwanzig Arten von Banchan beinhalten kann. Neben Reis kommt in der Regel auch eine Suppe mit auf den Tisch. Zu den typischen Beilagen gehören neben Kimchi auch Bohnensprossen (콩나물 kongnamul), Spinat (시금치 shigeumchi), kleiner Trockenfisch und vieles mehr. Kimchi wird sehr oft serviert, fast zu jeder Mahlzeit.

Weitere häufige Zutaten der koreanischen Küche sind Sesamöl, Doenjang (된장, eine fermentierte Sojabohnenpaste die dem japanischen Miso ähnlich ist), Sojasauce, Salz, Knoblauch, Ingwer, Chili und Gochujang (고추장), ein Gewürz aus fermentiertem Paprika.

Die Gerichte und Zutaten variieren von Provinz zu Provinz. Im Allgemeinen ist die Küche der nördlichen Regionen weniger scharf als die der südlichen Regionen, insbesondere in Bezug auf Kimchi. Viele lokale Gerichte sind zu nationalen Gerichten geworden und viele nationale Gerichte wurden in den einzelnen Regionen verändert und an örtliche Gegebenheiten angepasst. Die Küche des koreanischen Königshofes importierte alle lokalen Spezialitäten zum Wohle der Königsfamilie. Die Durchführung der Mahlzeiten wird durch die koreanische Etikette geregelt.

Alle Gerichte und Beilagen werden auf dem Tisch verteilt, der Gast hat in der Regel eine Schüssel Reis und eine weitere Schüssel mit „privater“ Suppe. Der Hauptgang kann individuell serviert werden, einige Gerichte können sogar einer klassischeren Abfolge im westlichen Stil folgen – aber der Vorteil ist, dass man den Geschmack frei und oft kreativ wechseln kann.

Während viele Gerichte in ganz Korea zu finden sind, hat jede Stadt auch ihre eigenen lokalen kulinarischen Highlights, wie z.B. Dakgalbi (닭갈비) in der Stadt Chuncheon.

Die Koreaner gehören zu den weltweit größten Verbrauchern von Knoblauch, ob roh oder gekocht. Für einen uninformierten Westler dominiert der ebenfalls in relativ großen Mengen verwendete Chilipfeffer einen Großteil der anderen Geschmacksrichtungen dieser Küche. Ein weiterer typischer Aspekt ist die reiche Verwendung von Meeresfrüchten in verschiedenen Formen: Fische, Muscheln und Schaltentiere, Algen und im Westen weniger bekannte Tiere wie Seegurken oder die Seeananas (멍게) und andere Arten von Seescheiden (Ascidiae oder Ascidiacea) sind beliebte Zutaten in koreanischen Gerichten.