Seoul – Allgemeine Informationen

Die Hauptstadt von Südkorea ist mehr als 600 Jahre alt und liegt im Nordwesten des Landes, südlich der DMZ. Bis 1945 war Seoul (서울) die Hauptstadt von ganz Korea, seit 1948 ist sie die Hauptstadt der Republik Korea (Südkorea).

Heute ist Seoul eine gewaltige Metropole. Moderne Wolkenkratzer, eine hochmoderne U-Bahn und Popkultur vereinen sich hier mit traditionellen buddhistischen Tempeln, Palästen und Straßenmärkten. Seoul ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum von Südkorea. Die Stadt zählt zu den am dichtest besiedelten Städten der Welt. Rund 9,7 Millionen Menschen leben im Stadtgebiet von Seoul. Der Großraum von Seoul hat mehr als 24,8 Millionen Einwohner und ist die größte Metropolregion der Erde. Fast die Hälfte aller Südkoreaner lebt in der Region um Seoul.

Viele Jahrhunderte lang war Seoul (was „Hauptstadt“ bedeutet) eine Stadt mit nur 200.000 Einwohnern. König Taejo machte Seoul nach dem Sturz der Goryeodynastie zur neuen Hauptstadt seiner Dynastie. Damals hieß die Stadt noch Hanyang. 1394 begann der Bau der neuen Hauptstadt, bereits 1395 war der Gyeongbok-Palast fertig und 1405 der weniger bedeutende Changdeok-Palast. Noch vor der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts war die ganze Stadt nach den Regeln des Feng Shui fertig gebaut.

In der Zeit des japanischen Kolonialismus (1910-1945) war die Stadt als Keijō bekannt (Japanisch: 京城; Koreanisch: 경성, Gyeongseong). In dieser Zeit wuchs sie auf rund 1 Million Einwohner. Während des Koreakrieges (1950-1953) wechselte die Stadt viermal den Machthaber und wurde weitgehend zerstört, der Gyeongbokgung-Palast und sein großes Tor wurden verbrannt. Durch den Zustrom zahlreicher Flüchtlinge aus dem Norden Koreas war die Bevölkerung nach Kriegsende auf rund 2,5 Millionen Einwohner angewachsen. Die meisten Bewohner waren obdachlos. Mit dem Ende des Krieges begann in den 1960er und 1970er Jahren der Wiederaufbau mit Hilfe der Vereinigten Staaten.

Seoul ist ein wichtiges Reiseziel mit drei UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten: Changdeokgung Palast, Jongmyo-Schrein und mehreren Königsgräbern aus der Joseon-Dynastie. Zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten gehören der Geongbokgung-Palast, der einst über 7.000 Räume zählte, und der Jogyesa-Tempel mit uralten Japanischen Schnurbäumen und Kiefern. Die Stadt verfügt über viele Gebäude mit futuristischer Architektur, wie das Dongdaemun Design Plaza, den Lotte Super Tower 123 und den N Seoul Tower. In Seoul fanden mehrere große internationale Veranstaltungen statt, darunter die Asienspiele 1986, die Olympischen Sommerspiele 1988, die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 und der G20-Gipfel im November 2010.