Stadtmauern von Seoul

Die Stadtmauern von Seoul ( 한양도성) sind alte Befestigungsmauern aus Stein, Holz und anderen Materialien entlang der Bergkämme. Sie wurden zum Schutz der Stadt errichtet und hatten eine Länge von rund 18,6 km. 

Die erste Mauer wurde 1396 zur Verteidigung der Stadtgrenzen von Hanyang (한양; 漢陽; der alte Name für Seoul) während der Joseon-Dynastie errichtet. Damals erstreckte sie sich entlang der vier Bergkämme von Baegaksan, Naksan, Namsan und Inwangsan.

Seit 1963 steht ein 12 km langer Abschnitt der Mauer als historische Stätte Nr. 10 unter Denkmalschutz, ebenso wie die Tore, Wassertore und die Hügel mit den Signalfeuern. Bestimmte Abschnitte der Mauer wurden in den vergangenen Jahren umfangreich restauriert, nachdem sie im Lauf der Zeit mehrmals beschädigt oder vollständig zerstört wurden.

Im Jahr 1392 stürzte Yi Seong-gye das Königreich Goryeo und wurde König Taejo, der erste König der Joseon-Dynastie (1392-1897). Im Jahr 1395 beschloss er, Hanyang (한양 /漢陽), heute bekannt als Seoul (서울), zur neuen Hauptstadt des Königreichs zu machen. Um die neue Hauptstadt und den Palast zu schützen, befahl der König den Bau einer Verteidigungsmauer. Der Bau begann 1396 und dauerte 98 Tage. Mehr als 200.000 Männer erbauten die Stadtmauer mit einer Gesamtlänge von rund 18 km. Die Mauer erstreckte sich vom Berg Bugaksan im Norden bis zum Berg Namsan im Süden der Stadt. Die Mauer hatte ursprünglich acht Tore.

Von den vier Stadttoren wurde das Sungnyemun bereits Ende des 14. Jahrhunderts errichtet, die restlichen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Neben den Stadttoren gab es auch fünf sogenannte Wassertore (Ogansumun, 오간수문) an den ostwärts fließenden Flüssen.

Die ursprünglichen Mauern bestanden aus mittelgroßen runden Steinen, die durch Lehm miteinander verbunden waren. Während der Herrschaft von König Sejong wurde Mitte des 15. Jahrhunderts eine groß angelegte Renovierung der Mauer durchgeführt, bei der u.a. Lehmwandabschnitte durch rechteckige Steinabschnitte ersetzt wurden. Eine weitere umfassende Restaurierung fand im Jahr 1704 statt und die Mauerabschnitte wurden mit großen einheitlichen Steinplatten wieder aufgebaut. Heute ein Merkmal der Stadtmauern von Seoul.

Der östliche Teil Seouls befindet sich in einer Tallage und war anfälliger für Angriffe als die anderen Teile der Stadt. Darum wurde an der Außenseite des Tores eine Bastion zur Verstärkung der Verteidigung errichtet. Zu diesem Zweck wurde ein Teil der Mauern im Abschnitt zwischen Heunginjimun und Gwanghuimun in rechteckiger Form nach außen verlängert.

Signalfeuer, ein weiterer Bestandteil des Verteidigungssystems, wurden erstmals 1394 errichtet und blieben bis 1894 in Betrieb. Die Signale, die so über das Land von einem Hügel zum anderen gesendet wurden, konnten von einem Turm auf der Spitze des Namsan-Berges empfangen und an den Königspalast weitergeleitet.

An vielen Stellen wurde die Stadtmauer im Lauf der vergangenen Jahrhunderte abgerissen. Es blieben jedoch bedeutende Teile der Stadtmauer erhalten. Die am besten erhaltene und wohl bekannteste Strecke ist die 2,3 km lange Bukaksan-Festungsmauer. Sie verläuft von Sukjeongmun nach Changuimun und war wegen ihrer Nähe zum millitärischen Sperrgebiet Cheongwadae lange Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst seit 2006 ist der Mauerabschnitt für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Stadtmauern von Seoul (Südkorea). Foto: shoenberg3 / Shutterstock.com

Die Mauern schützten einst das alte Seoul vor Angriffen und sind heute eine beliebte Sehenswürdigkeit.
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