Grand Palace Bangkok

Der Große Palast (พระบรมมหาราชวัง, Phra Borom Maha Ratcha Wang) in Bangkok war von Ende des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Residenz der thailändischen Könige. König Rama I., der erste König der Chakri-Dynastie, begann 1782 mit dem Bau des Palastes und markierte damit den Beginn der Rattanakosinzeit in der Geschichte Thailands. Der ehemalige König Thailands, Bhumibol, lebte schon seit einiger Zeit nicht mehr in diesem Königspalast, sondern im moderneren Chitralada-Palast im Stadtteil Dusit, wenige Kilometer nördlich des großen Königspalastes. Der Grand Palace ist heute eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bangkok und ganz Thailand.

Der Palast befindet sich auf der Insel Rattanakosin, dem historischen Zentrum von Bangkok, am Westufer des Menam. Der gesamte Komplex umfasst 218.400 Quadratmeter und ist vollständig von einer 1,9 Kilometer langen weißen Mauer umgeben. Mit dem Bau des goldenen Turms begann man am 6. Mai 1782. Seit 1785 war der Royal Palace die offizielle Residenz der Könige von Thailand. Der Bau des Großen Palastes begann 1782, zu Beginn der Herrschaft von Rama I., der die Hauptstadt aus dem nahen Thonburi nach Bangkok verlegte.

Als Standort wählte der König ein Gebiet in der Nähe des Chao Phraya Flusses, das von chinesischen Kaufleuten bewohnt wurde. Die chinesischen Familien zogen in das nahe gelegene Yaowarat Gebiet, eine Siedlung, die im Laufe der Jahrhunderte zu einer der größten chinesischen Gemeinschaft außerhalb Chinas wurde. Im Laufe der Jahre wurde das Schloss mehrmals erweitert und mit dem Bau neuer Gebäude, durch den Abriss oder die Wiederherstellung veralteter Gebäude modifiziert.

Zu Beginn bestand der Palast aus einer Gruppe von Holzgebäuden. Innerhalb der Mauern ließ der König auch die königliche Kapelle des Wat Phra Kaew mit dem Smaragd-Buddha errichten. Als der Palast fertiggestellt war, weihte ihn der König 1785 in einer feierlichen Zeremonie am Tag seiner Krönung ein. Außerhalb der Mauern befindet sich der königliche Platz Sanam Luang.

Später wählten die Könige Rama V, Rama VI und Rama VII verschiedene Residenzen, während König Ananda Mahidol (Rama VIII.) 1945 in den Großen Königspalast zurückkehrte. 1946 starb der König unter mysteriösen Umständen in einem der Gebäude des Palastes und sein Nachfolger, sein Bruder Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), zog in den Chitralada-Palast, ebenfalls im Zentrum von Bangkok. Nach dem Tod seines Vaters behielt König Rama X. seine Residenz in der Villa Amphorn Satharn. Der Große Königspalast ist jedoch die offizielle Residenz des Königs und wird für königliche Zeremonien wie Hochzeiten, Beerdigungen und Staatsbankette genutzt. Er beherbergt auch die Büros der Königsfamilie.

Der Große Palast in Bangkok ist in vier Teile gegliedert

  • Der nördlich gelegene Innenhof, in dem es Gebäude gibt zu denen nur Frauen und dem Herrscher Zutritt hatten. Neben den Frauen, Konkubinen und Töchtern des Monarchen residierten dort auch alle weiblichen Mitarbeiter der verschiedenen Gebäude des Palastes. Die Wachen dort waren ebenfalls Frauen.
  • Der äußere Hof im Süden, in dessen Gebäuden die Ministerien und die Königliche Garde untergebracht war.
  • Der zentrale Innenhof, in dem sich die sehenswertesten Paläste befinden, darunter der Phra Thi Nang Chakri Maha Prasad mit dem Thronsaal in einem gemischten Stil zwischen italienischer Renaissance und thailändischer Klassik.
  • Der Tempel Wat Phra Kaew, vielen auch als "Tempel des Smaragd-Buddha" bekannt: ein Komplex von religiösen Gebäuden verschiedener Stile und Epochen. In seinem Haupttempel ist der heilige Smaragd-Buddha, Palladium der thailändischen Monarchie und eine der meist verehrten Statuen des Theravada-Buddhismus, erhalten.

1782 verlegte Rama I., der erste König der Chakri-Dynastie, die Hauptstadt Thailands (damals Siam genannt) von Thonburi am Westufer des Menam River auf die Insel Rattanakosin in Bangkok auf der Ostseite. Er tat dies, um im Falle einer weiteren Invasion aus Birma weniger verwundbar zu sein. Fünfzehn Jahre zuvor war Ayutthaya, die alte Hauptstadt des Landes, von den Burmesen zerstört worden. Das von Bangkok aus regierte Land Siam war ein Nachfolger des Königreichs Ayutthaya. Der neue Palast wurde auf einem rechteckigen Stück Land zwischen Wat Pho und Wat Mahathat gebaut.

Die ersten Gebäude der Schlossanlage wurden aus Holz gebaut. Einige Jahre später ersetzte der König sie durch Steingebäude. Um genügend Baumaterial für alle Mauern, Festungen, Tore, Thronsäle und königlichen Wohngebäude zu erhalten, ließ er die Steine mit dem Boot aus den Ruinen des zerstörten Ayutthaya-Palastes holen.

Während fast der gesamten Rattanakosinzeit, in der der König von Thailand die absolute Macht hatte (1782 bis 1932), war der Königspalast sowohl das administrative als auch das religiöse Zentrum des Landes. Es war die Hauptresidenz des Königs und gleichzeitig hatte die Regierung dort ihren Sitz. Tausende von Menschen, von Dienern und Wachen bis hin zu Ministern und Prinzessinnen, lebten innerhalb der Palastmauern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden im Stadtteil Dusit neue Paläste gebaut, die zunehmend von der königlichen Familie genutzt wurden. 1925 wurde die königliche Residenz offiziell hierher verlegt. Auch immer mehr Ministerien zogen vom Königspalast in andere Teile Bangkoks, weil innerhalb der alten Palastmauern einfach nicht genug Platz für die ständig wachsende Zahl an Mitarbeitern war.

1932 endete die absolute Monarchie mit einem Staatsstreich und wurde durch eine demokratischere konstitutionelle Monarchie ersetzt. Der alte Königspalast hat seit jeher eine offizielle und zeremonielle Funktion. Ein Teil des Komplexes ist als Museum eingerichtet und stellt heute eine touristische Attraktion dar.

Eine bliebte Touristenattraktion in Bangkok: Der Große Palast der thailändischen Könige. Foto: Alexander Mazurkevich / Shutterstock.com

Der Große Palast (Grand Palace) der thailändischen Herrscher in Bangkok.
Foto: Alexander Mazurkevich / Shutterstock.com