Vietnam – Allgemeine Informationen

Die Sozialistische Republik Vietnam (Cộng hòa xã hội chủ nghĩa Việt Việt Nam) ist bekannt für Strände, Flüsse, buddhistische Pagoden und ihre geschäftigen Städte. Die beiden bekanntesten Städte von Vietnam sind die Hauptstadt Hanoi und Ho Chi Minh-Stadt, das frühere Saigon mit seinen Bauten aus der französischen Kolonialzeit. In Vietnam leben rund 95 Millionen Menschen.

Vietnam grenzt im Norden an China, im Westen an Laos und Kambodscha und im Osten und Süden an das Südchinesische Meer, das den Golf von Tonkin zwischen der chinesischen Insel Hainan und Nordvietnam bildet. Im Süden streift der Golf von Thailand das Land. Die wichtigsten Flüsse des Landes sind der Mekong und der Rote Fluss. Sie fließen in das Südchinesische Meer bzw. den Golf von Tonkin.

Vietnam lässt sich in die drei Regionen Südvietnam, Nordvietnam und Zentralvietnam (Trung Bộ) einteilen. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 5 und 37°C. Das Klima ist geprägt von trockenen Wintern und regnerischen Sommern. Der Sommersaison gehen immer sehr heiße Zeiten voraus.

Auch wenn in Vietnam offiziell der Staatsatheismus gilt, ist die Mehrheit der Bevölkerung buddhistisch geprägt. Neben der traditionellen buddhistischen Religion des Mahayana sind auch die Kulte von Cao Đài und Hòa verbreitet. Konfuzianismus, Taoismus und verwandte chinesische Religionen werden ebenfalls praktiziert. Rund 10% der Bevölkerung sind katholisch.

Die meisten urbanen Zentren befinden sich im Süden Vietnams. Unter den wichtigsten Städten liegt nur die Hauptstadt Hanoi (Hà Nội) mit ihren rund 3 Millionen Einwohnern nicht an der Küste. Hanoi ist ein wichtiges Handels- und Industriezentrum und liegt inmitten des Roten Flusses (Red River Delta). Andere große Städte sind Ho-Chi-Minh-Stadt (Hồ Chí Minh), das frühere Saigon (Sài Gòn) mit rund 6 Millionen Einwohnern. Während der Kolonialzeit war Saigon das wichtigste politische Zentrum in Französisch-Indochina. Heute ist die Stadt ein bedeutender Handelsplatz in Vietnam und Südostasien. Andere wichtige und bekannte Städte sind Đà Nẵng (750.000 Einwohner) in der Nähe der Stadt Huè (212.000 Einwohner) sowie Haiphong (1.448.000 Einwohner).

Im Norden des Landes befinden sich die Hochebenen und das Delta des Roten Flusses rund um die Hauptstadt Hanoi. Besonders bekannt und beliebt sind hier die Kalksteinfelsen um Ninh Bình und die Halong-Bucht. Der Süden teilt sich auf in die küstennahen Senken, die Berggruppe Dãy Trường Sơn mit Hochebenen und das Delta des Mekong mit der fruchtbaren und dicht besiedelten Schwemmlandebene, an deren Rand die Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt liegt. Das vietnamesische Territorium ist zu 80% von Hügeln und Bergen mit einer dichten Vegetation geprägt, während nur die restlichen 20% aus Flachzonen bestehen. Im Norden des Landes, an der Grenze zu China, liegt die Gebirgslandschaft des Yunnan-Hochlands mit dem höchsten Berg von Vietnam, dem Phan-xi-păng mit seinen 3.144 Metern Höhe. In dieser Region leben besonders viele ethnische Minderheiten. Bei Touristen am bekanntesten ist die Stadt Sa Pa am Fuße des Phan-xi-păng.

Die Geographie Vietnams wird auch als „Bambusstange mit zwei Reisschalen“ beschrieben: Im Norden und Süden liegen zwei fruchtbare reisliefernde Flussdeltas, dazwischen als Verbindung ein schmales, eher karges, von Wald und Gebirge geprägtes Gebiet. Insgesamt ist Vietnam zu rund 75% von Bergen und Hochebenen überzogen.

In den nördlichen Regionen, vor allem in den Bergen, findet ein fortschreitender Übergang zu Laub- und Nadelwäldern statt. Die tropischen Regenwälder sind von großen Säugetieren wie Elefanten, Hirschen, Tigern und Leoparden bewohnt. Das Land ist auch die Heimat von Affen, Hasen, Eichhörnchen und Fischottern, zahlreichen Reptilien, darunter Krokodile und Schlangen, und vielen Vogelarten. In Vietnam gibt es zahlreiche Nationalparks, darunter den Con Dao Nationalpark. Der Phong Nha-Ke Bang Nationalpark wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ebenso wie Ha Long Bay, das Heiligtum von Mỹ Sơn, der Hué Monument Complex und die Altstadt von Hoi An.

Es gibt auch sechs Biosphärenreservate: den Mangrovenwald von Can Gio, den Nationalpark von Cat Tien, den Nationalpark von Cat Ba, den Nationalpark von U Minh Thuong, das Red River Delta und den westlichen Nghe An.

Die größte Höhle der Welt, die Son Doong Höhle, befindet sich in Vietnam.

Der Tourismus ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftstätigkeit des Landes und trägt mit 7,5% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Vietnam verzeichnete 2017 über 12,9 Millionen Besucher – ein Plus von 29,1% gegenüber dem Vorjahr. Vietnam ist eines der am schnellsten wachsenden Reiseziele der letzten Jahre. Die überwiegende Mehrheit der Vietnam-Besucher kam 2017 aus Asien mit 9,7 Millionen Touristen. China (4 Millionen), Südkorea (2,6 Millionen) und Japan (798.119) machten die Hälfte aller internationalen Ankünfte im Jahr 2017 aus. Vietnam zog mit fast 1,9 Millionen Besuchern im Jahr 2017 auch eine große Zahl europäischer Besucher an. Die meisten europäischen Touristen kamen aus Russland (574.164), dem Vereinigte Königreich (283.537), dicht gefolgt von Frankreich (255.396) und Deutschland (199.872). Aus den Vereinigten Staaten kamen 614.117 Besucher und aus Australien 370.438.

Die meistbesuchten Ziele in Vietnam sind Ho Chi Minh City mit 5,8 Millionen internationalen Ankünften, gefolgt von Hanoi mit 4,6 Millionen und Hạ Long, einschließlich der weltberühmten Hạ Long Bay (4,4 Millionen Ankünfte). Alle drei sind in den Top 100 der meistbesuchten Städte der Welt gelistet. Vietnam beherbergt mit acht UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, die höchste Anzahl in Südostasien.

Die vietnamesische Küche ist sehr vielfältig, das Hauptnahrungsmittel ist wie in den meisten anderen südasiatischen Staaten der Reis.

Das Klima in Vietnam variiert in den einzelnen Regionen aufgrund der unterschiedlichen Breitengrade und der ausgeprägten Vielfalt des topographischen Reliefs sehr stark. Während der Winter- oder Trockenzeit, die sich etwa von November bis April erstreckt, weht der Monsunwind meist aus dem Nordosten entlang der chinesischen Küste und über den Tonkinischen Meerbusen. Er nimmt dabei erhebliche Feuchtigkeit auf. Die durchschnittliche Jahrestemperatur ist in den Ebenen im Allgemeinen höher als in den Bergen, insbesondere in Südvietnam im Vergleich zum Norden. In den südlichen Ebenen um Ho Chi Minh City und das Mekong-Delta schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres weniger stark zwischen 21 und 35°C. In Hanoi und den umliegenden Gebieten des Red River Delta sind die Temperaturen mit 15 bis 33°C deutlich niedriger, während die saisonalen Schwankungen in den Bergen und Hochebenen und im nördlichsten Teil viel dramatischer sind, mit Temperaturen von 3°C im Dezember und Januar bis 37°C im Juli und August. Da Vietnam während der Monsunzeit hohe Niederschläge mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 1.500 Millimetern bis 2.000 Millimetern erhält, führt dies oft zu Überschwemmungen. Das Land wird auch manchmal von tropischen Stürmen und Taifunen getroffen. Vietnam ist eines der anfälligsten Länder für den Klimawandel, da 55% der Bevölkerung in Küstengebieten mit geringer Höhe leben.