CHINA

Chinesisches Neujahrsfest

Spätestens am Vorabend des chinesischen Neujahresfestes kommt die ganze Familie zu einem sehr üppigen Festessen zusammen. Das Essen, traditionell mit Hühnchen und Fisch, wird jedoch nicht ganz aufgegessen.

Das Wort für „Fisch“ ist homophon zum Wort für „Wohlstand“/„Überfluss“: yú – dieser soll entsprechend nicht aufgebraucht werden. Nach dem Essen werden rote Umschläge mit Geldgeschenken an die Kinder verteilt. Die Höhe des Geldbetrags hat eine große Bedeutung für das kommende Jahr.

Vor Beginn des neuen Jahres zwischen 23 Uhr und Mitternacht verlässt man daraufhin das Haus und nimmt dabei die Spuren des alten Jahres mit sich ins Freie, kehrt jedoch anschließend zurück, um die Fenster zu öffnen und auf diese Weise das Glück des neuen Jahres einzulassen.

Nach 23 Uhr setzt auch das Feuerwerk ein und hält bis spät in den nächsten Morgen an. In vielen Städten ist es aufgrund der Brandgefahr verboten.

 

Am ersten Tag des neuen Jahres

Am ersten Tag des neuen Jahres feiert man ebenfalls im Kreis der Familie und gedenkt der Ahnen. Man trifft sich am Morgen, grüßt seine Eltern mit einem Neujahressegen und einem Kompliment. Im Anschluss werden rote Umschläge an unverheiratete Mitglieder der Familie verteilt, soweit dies nicht am Vorabend bereits geschehen ist.

Auch Christen entrichten den Kotau gegenüber alten Ahnentafeln und opfern Räucherstäbchen. In der Messe erhalten Sie vom Priester einen roten Umschlag mit einem Segensspruch, zum Beispiel in Form eines Lesezeichens. Nach der Messe wird zusätzlich an eigenen Ahnentafeln in der Kirche der Ahnen gedacht, soweit Ahnentafeln nicht im Haus vorhanden sind. Weiter wird der Tag zum Neujahrsshoppen und zum Besuch von Freunden und Verwandten genutzt, denen ein gesegnetes Neujahr gewünscht wird.

Zweiter Tag

Am zweiten Tag kehren die verheirateten Töchter mit ihrem Ehemann zurück in ihre Familien. Sie werden mit einem großen Festmal willkommen geheißen.

Dritter und vierter Tag

Der dritte und vierte Tag steht ganz im Zeichen von Besuchen innerhalb der Verwandschaft. Bei Familien, in denen ein Angehöriger gestorben ist, fällt, als Respekt für den Toten, drei Jahre lang der Hausbesuch aus. Stattdessen wird das Grab, die Urne oder eine andere Gedenkstätte des Verstorbenen besucht.

Fünfter Tag

Am fünften Tag isst man vor allem in Nordchina gefüllte Teigtaschen zum Frühstück. Dieser Tag wird auch pòwǔ (破五 ‚zerbrochene Fünf‘) genannt und man feiert den Geburtstag des chinesischen Gottes für Wohlstand. In Taiwan werden an diesem Tag die Läden wieder geöffnet, begleitet von traditionellen Böllern.

Siebter Tag

Am siebten Tag feiert man „jedermanns Geburtstag“. Jeder wird an diesem Tag ein Jahr älter. Hintergrund dieser alten chinesischen Tradition ist, dass individuelle Geburtstage lange Zeit keine Bedeutung hatten. Dies hat sich erst in der Moderne gewandelt. Für Buddhisten ist der siebte Tag ein vegetarischer Tag.

Neunter Tag

Von Daoisten wird der neute Tag zum Anbeten des Jadekönigs des Himmels genutzt. Dieser Tag hat für die Hokkien besondere Bedeutung. Sie beten in der Nacht zum neunten Tag den Jadekönig an und servieren ihm Tee und Zuckerrohr, um sich vor den bösen Auswirkungen einer Ausrottung, welche Generationen zuvor stattfand, beschützen zu lassen.

Fünfzehnter Tag

Das große Laternenfest wird am fünfzehnten Tag gefeiert. Mit diesem Tag enden die Feierlichkeiten des chinesischen Neujahrsfestes. Die Menschen gehen mit Laternen auf die Straße. Zu beachten ist, dass die Lampions und Kerzen stets außerhalb des Hauses entzündet werden, um den Geistern den Weg nach Hause zu zeigen. Gegessen werden an diesem Festtag kleine Klößchen aus klebrigem Reismehl, die so genannten Tangyuan.

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