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Sakura – das japanische Kirschblütenfest

Hanami (花見, „Blütenbetrachtung“) ist der traditionelle japanische Brauch, sich an der vergänglichen Schönheit von Blüten zu erfreuen. Es sind fast immer die blühenden Kirschbäume (桜, sakura) oder, seltener auch die Pflaumenbäume (梅, ume) gemeint. Von Ende März bis Anfang Mai blühen die Kirschbäume in ganz Japan, auf der Insel Okinawa bereits Anfang Februar. Jedes Jahr wird von der japanischen Wetterbehörde die Vorhersage der Kirschblüte (桜前線, sakura-zensen) bekannt gegeben. Diese Vorhersagen werden aufmerksam verfolgt, da die Blütezeit nur von kurzer Dauer ist. Sie symbolisiert einen Neuanfang und gleichzeitig die Vergänglichkeit des Lebens.

Im modernen Japan besteht hanami zumeist darin, tagsüber oder nachts ein Fest im Freien unter den blühenden Bäumen zu feiern. In manchen Zusammenhängen wird stattdessen der chinesisch-japanische Begriff kan’ō verwendet, insbesondere bei Festen. Hanami bei Nacht wird yozakura (夜桜) „Nacht-Sakura“ genannt. An vielen Orten, wie z. B. im Ueno-Park, werden zum Zweck des Yozakura vorübergehend Papierlaternen aufgehängt. 

In Japan gibt es auch eine andere Form des hanami, bei der man sich stattdessen an den Pflaumenblüten erfreut. Dies wird auch als umemi (梅見, Pflaumenbetrachtung) bezeichnet. Diese Art von Hanami ist vor allem bei älteren Menschen beliebt, an den oft sehr überfüllten und lauten Sakura-Partys nehmen in der Regel die jüngeren Altersgruppen teil. 

Die Zierkirschen, die mit dem Hanami-Fest verbunden sind, werden in Japan Sakura genannt. Sie umfassen mehr als 20 Arten und Kultivare. Die Tradition geht möglicherweise auf die Nara-Periode (710-794) zurück. In der Heian-Zeit (794-1185) konzentrierte sich die Tradition jedoch auf die japanischen Kirschblüten.