Sarawak

Der Bundesstaat Sarawak liegt an der Nordwestküste der Insel Borneo. Er ist der größte Bundesstaat von Malaysia, seine Fläche ist fast so groß wie die malaiische Halbinsel. Zusammen mit Sabah im Osten bilden die beiden Bundesstaaten den malaysischen Teil von Borneo (Nordborneo). Borneo ist die größte Insel Asiens und aufgeteilt zwischen Malaysia, Brunei und Indonesien mit der Provinz Kalimantan.

Bekannt ist Sarawak vor allem wegen seiner zahlreichen Strände am Südchinesischen Meer. An der Ostküste von Sarawak liegen einige der beliebtesten Tauchregionen. Das Landesinnere ist mit dichtem, undurchdringlichen Dschungel und Bergen bedeckt. Ein großer Teil des Regenwaldes ist geschützt. Bei Sandakan, im Südosten, gibt es eine Auswilderungsstation für Orang-Utans, die bei Touristen sehr beliebt und ein bekannter Ausflugsort ist.

Die große Mehrheit der Bevölkerung von Sarawak lebt in Küstennähe und entlang der Flüsse, die zum Meer hinführen.

Die Hauptstadt von Sarawak ist Kuching. Die quirlige Stadt liegt am Fluss Sarawak und hat eine große Zahl an Tempeln, Moscheen und Kirchen. Das bekannteste Museum der Stadt ist das Sarawak-Museum mit Sammlungen zur Kunst, Ethnologie und Naturgeschichte.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Kuching gehören das Fort Margherita, das zur Abwehr von Piraten errichtet wurde, und der Palast der Weißen Rajas aus dem 19. Jahrhundert.

Die kuriose Geschichte der Weißen Rajas auf Sarawak begann 1841. James Brooke, ein englischer Abenteuerer, der nur mit einem Schiff und jeder Menge diplomatischem Geschick ausgestattet war, wurde damals vom Sultan von Brunei zum Raja von Sarawak gemacht.

Er und sein Neffe und Nachfolger Charles erweiterten im Lauf der Jahre ihre private Kolonie auf einen großen Teil der Region. Und auch der dritte Weiße Raja, Vyner, erweiterte die Kolonie bis zur Invasion der Japaner auf Sarawak. 1941 floh Vyner und beendete die Brooke-Dynastie nach genau 100 Jahren. Im April 1946 kehrte Vyner zwar kurzzeitig nach Sarawak zurück, trat die Kolonie aber bereits im Juli desselben Jahres an die Briten ab. Sarawak schloss sich 1963 mit Singapur, der Föderation von Malaysia und Nordborneo (heute Sabah) zusammen und gründete die Malaysische Föderation.

Kuching ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Parks und Naturschutzgebiete von Sarawak.

Der Gunung-Mulu-Nationalpark ist ein geschützter Regenwald im malaysischen Teil Borneos. Bekannt sind vor allem seine beeindruckenden Gipfel und Höhlen. Die riesige, von Fledermäusen bevölkerte Hirschhöhle führt zum Garten Eden, einem zwischen Kalksteinklippen verborgenen Tal mit Wasserfall. Bei den sogenannten Pinnacles des Gunung Api handelt es sich um hohe, gezackte Kalksteinformationen, an denen es steile Wanderwege und seltene Orchideen gibt. Vom Gipfel des Bergs Gunung Mulu bieten sich fantastische Ausblicke über den Park.

Der Nationalpark Bako erstreckt sich auf einer 27 km² großen Halbinsel am Südchinesischen Meer nördlich von Kuching im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf der Insel Borneo. Der kleinste und älteste Nationalpark Sarawaks ist durch seine Nähe zu Kuching ein beliebtes touristisches Ziel. Der Nationalpark Bako wurde bereits 1957 angelegte. Auf 16 unterschiedlich langen Wegen kann der Besucher die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt erwandern. Manche Wanderpfade enden an einsamen Sandbuchten. Fünf unterschiedliche Vegetationszonen bieten sich dem Besucher: Gräser und Buschwerk, Mangrovenwald Sumpfwald, Tieflanddschungel und Hochplateauwälder. Bedeutsam ist der Nationalpark wegen seines Artenreichtums. Man kann Javaneraffen, Hirschferkel, Gibbons, Bartschweine, Malaienbären, Katzen, Nasenaffen und Warane beobachten.

Foto: Abang Faizu / Shutterstock.com

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