Ho Chi Minh City

Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành phố Hồ Chí Minh) ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum von Vietnam. Das frühere Saigon (Sài Gòn) liegt in Südvietnam und ist für seine zentrale Rolle im Vietnamkrieg bekannt. Die Stadt war bis zum April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam. Nach dem Abzug der US-Truppen und der militärischen Niederlage der südvietnamesischen Regierung wurde die Stadt 1976 nach ehemaligen nordvietnamesischen Staatschef Ho Chi Minh benannt.

Ho-Chi-Minh-Stadt liegt etwas nördlich des Mekong-Deltas am Ufer des Saigon-Flusses. Die Stadt hat rund 7,1 Millionen Einwohner, besitzt aber mit Ausnahme der Kernstadt kein zusammenhängendes Stadtgebiet. Außerhalb des Stadtkerns dominieren noch heute ländliche Siedlungsstrukturen. Ho-Chi-Minh-Stadt ist Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Theatern, Kinos, Museen, Baudenkmälern und Parks.

Wie in vielen vietnamesischen Städten, gibt es auch in Ho-Chi-Minh-Stadt noch zahlreiche Bauwerke aus der französischen Kolonialzeit zu sehen. Ein Beispiel ist die Notre-Dame-Basilika, die damals ausschließlich mit aus Frankreich importierten Materialien errichtet wurde oder das Hauptpostamt aus dem 19. Jahrhundert.

Fast 70% aller Vietnam-Touristen besuchten im Jahr 2007 auch Ho Chi Minh City. Laut der internationalen Tourismusstatistik begrüßte Ho Chi Minh City im Jahr 2017 rund 6 Millionen Touristen.

Noch heute ist der Kern der Stadt mit breiten, eleganten Boulevards und historischen französischen Kolonialbauten geschmückt. Die meisten dieser Touristenziele befinden sich im Bezirk 1 und sind nur wenige Schritte voneinander entfernt. Die bekanntesten Bauwerke im Stadtzentrum sind der Wiedervereinigungspalast (Dinh Thống Nhất), das Rathaus (Ủy ban nhân dân Thành phố), das Stadttheater (Nhà hát thành phố, auch bekannt als die Oper), die Stadtpost (Bưu điện thành phố), Landesbankamt (Ngân hàng nhà nước), Stadtvolksgericht (Tòa án nhân dân thành phố) und Notre-Dame Kathedrale (Nhà thờ Đức Bà). Der Dom wurde zwischen 1863 und 1880 gebaut. Einige der historischen Hotels sind das Hotel Majestic aus der französischen Kolonialzeit und die Hotels Rex und Caravelle.

In der Stadt gibt es viele Museen, darunter das Ho-Chi-Minh-Stadtmuseum, das Museum für vietnamesische Geschichte, das Revolutionsmuseum, das Museum der südöstlichen Streitkräfte, das Museum für bildende Kunst, das Nha-Rong-Gedächtnishaus und die Ben-Duoc-Reliquie von Untergrundtunneln.

Die Củ Chi-Tunnel liegen nordwestlich der Stadt im Củ Chi District. Der Saigon Zoo und der Botanische Garten stammen aus dem Jahr 1865. Der Tourismus- und Kulturpark Đầm Sen, der Freizeit- und Kulturpark Suối Tiên und das Eco Beach Resort Cần Giờ sind drei bei Touristen beliebte Freizeiteinrichtungen innerhalb der Stadt.

Neben dem Stadttheater gibt es weitere Unterhaltungseinrichtungen wie das Thành-Theater Bến, das Hòa-Bình-Theater und die Musikbühne Lan Anh. Ho Chi Minh City beherbergt auch hunderte von Kinos und Theatern. In der Stadt sind zahlreiche Filmgesellschaften beheimatet.

Wie viele Städte Vietnams verfügt die Stadt über eine Vielzahl von Restaurants, die typische vietnamesische Gerichte wie phở oder Reisvermicelli anbieten. Rucksackreisende besuchen meist das „Western Quarter“ mit der Phạm Ngũ Lão Street und der Bùi Viện Street. Essensstände stehen in den meisten Straßen der Stadt, besonders um den geschäftigen Bến Thành-Markt.

Ho-Chi-Minh-Stadt wurde als kleines Fischerdorf geboren, war ursprünglich als Prey Nokor bekannt und lag in einem sumpfigen Gebiet, das von den Khmern bewohnt wurde. Mit der Besiedlung durch die Vietnamesen im siebzehnten Jahrhundert wurde es als Sài Gòn bekannt und viele nennen es noch heute unter diesem Namen. Nguyen Phuc Chu, ein vietnamesischer Adliger, wurde 1698 entsandt, um die Verwaltungsstrukturen des Gebietes aufzubauen. Er wird noch heute dafür verehrt, Sài Gòn zu einer bedeutenden Siedlung ausgebaut zu haben. Die Stadt wurde stark von den Franzosen während der kolonialen Besetzung beeinflusst. Zahlreiche alte Gebäude spiegeln diesen Einfluss wider.

1954 wurden die Franzosen in der Schlacht von Dien Bien Phu vom Kommunisten Viet Minh besiegt und zogen sich aus Vietnam zurück. Sie erkannten die neue Regierung der Kommunisten nicht an und unterstützten eine dem Kaiser anvertraute Regierung bei der Gründung des Staates Vietnam 1949, der als Hauptstadt Saigon hatte. Als Vietnam offiziell in Nordvietnam (die Demokratische Republik Vietnam) und Südvietnam (die Republik Vietnam) aufgeteilt wurde, behielt die Südregierung unter der Leitung von Präsident Ngô Đình Diệm Sài Gòn als Hauptstadt.

Am Ende des Vietnamkriegs 1975 überwältigten die Kräfte der Vietnam National Liberation Front die Stadt. Das Ereignis beendete den Konflikt und ist auch als „Fall von Saigon“ bekannt. Für die Nordvietnamesen stellt es die Befreiung von Saigon dar. Die siegreichen Kommunisten benannten die Stadt dann um und widmeten sie dem Gründervater des sozialistischen Vietnam, Ho Chi Minh. Der frühere Name Saigon wird noch verwendet, oft aber nur mit Bezug auf den Bezirk 1 der Stadt.

Das Wetter in Ho-Chi-Minh-Stadt ist tropisch geprägt. Die Durchschnittstemperatur beträgt 27,2°C, die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel 1931 mm. Zwischen Mai und Oktober ist Hauptregenzeit, in einzelnen Stadtgebieten muss dann mit Überschwemmungen gerechnet werden. Der meiste Niederschlag fällt im September mit 327 mm im Mittel, der wenigste im Februar mit durchschnittlich vier Millimeter. Die Trockenzeit geht von Dezember bis April. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 25 und 29°C. Die mittlere Tagestemperatur beträgt maximal 32°C, minimal 24°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die heißesten Monate sind April und Mai.

Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) in Vietnam. Foto: Christian Wittmann / Shutterstock.com

Ho-Chi-Minh-Stadt, das frühere Saigon.
Foto: Christian Wittmann / Shutterstock.com