Hội An

Hội An ist eine Stadt in Zentralvietnam, die sich 30 km südlich von Đà Nẵng befindet. Die alte Hafenstadt am Südchinesischen Meer an der Mündung des Sông Thu Bồn ist vor allem für ihre gut erhaltene Altstadt und die zahlreichen Kanäle bekannt. Die Stadt ist bekannt für den bunten Mix ihrer Architektur, zu dem neben chinesischen Shophouses und Holztempeln, farbenfrohe Gebäude aus der französischen Kolonialzeit und typisch vietnamesische Stadthäuser gehören.

Lange Zeit galt die Stadt als der größte Hafen von Südostasien. Hội An lag an der Seidenstraße und war bei europäischen Händlern ab dem Jahr 1630 auch als Faifo bekannt.

Unter den Cham wurde die Stadt Lâm Ấp Phố („Champa-Stadt“) genannt, später Hài Phố („Ort am Meer“) und unter den Franzosen aufgrund eines Missverständnisses Faifo. Der Name Hội An erschien erstmals 1630 auf einer Karte.

Im 16. und 17. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiges Zentrum des vietnamesischen Handels, als sich Japaner und Chinesen aus verschiedenen Provinzen, Niederländer und Inder dort niederließen. Während dieser Zeit des Handels mit China hieß die Stadt auf Vietnamesisch Hai Pho. Ursprünglich war Hai Pho eine von der japanischen Siedlung getrennte Stadt, die durch die „japanische Brücke“ (16. und 17. Jahrhundert) verbunden war. Die Brücke (Chùa cầu) ist eine einzigartige überdachte Struktur, die von den Japanern gebaut wurde und die einzige überdachte Brücke der Welt mit einem buddhistischen Tempel. Heute ist die Japanische Brücke von Hội An ein Wahrzeichen der Stadt.

Hội An war auch die erste Stadt, die christlich wurde. Unter den verschiedenen Missionaren im 16. Jahrhundert war auch Alexandre de Rhodes, ein Franzose, der das aus dem Lateinischen stammende und noch heute in der vietnamesischen Schriftsprache verwendete quoc ngu-Alphabet schuf.

1999 wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Sie gilt als gut erhaltenes Beispiel für einen südöstlichen Handelshafen zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, dessen Gebäude eine einzigartige Verbindung von lokaler Tradition und ausländischem Einfluss aufweisen.

Hội An ist immer noch eine kleine Stadt, zieht aber viele Touristen an, die lokale Kunsthandwerke finden und ihre Kleidung nach Maß anfertigen lassen. In den Straßen und Gassen der Stadt gibt es viele Bars und Restaurants. Die alte Handelshafenstadt bietet eine eigene Küche, die jahrhundertealte kulturelle Einflüsse aus Ost- und Südasien vereint. Das unverwechselbare Gericht der Stadt ist der Cao lầu, hergestellt aus geschmortem und würzigem Schweinekopf.

Eine weitere Attraktion in Hội An ist das Vollmond-Laternenfest, das bei jedem Vollmondzyklus stattfindet. Die Feierlichkeiten zollen den Vorfahren Tribut. Die Menschen tauschen Blumen, Laternen, Kerzen und Früchte aus, um sich gegenseitig Wohlstand und Glück zu wünschen.

Die Stadt beherbergt viele kleine Museen, die die Geschichte der Region zeigen, insbesondere die Geschichte der Keramik:

  • Sa Huynh Kulturmuseum: Es befindet sich in der Nguyen Hue Street 13 und war ursprünglich eine Pagode, die im siebzehnten Jahrhundert von den Bewohnern von Minh Huong zur Verehrung des Gottes Avalokiteśvara erbaut wurde. Sie grenzt an den Tempel Guan Yu und enthält Originalfunde aus den Perioden Sa Huynh, Champa, Dai Viet und Dai Nam, die die Geschichte der Bewohner von Hoi An von den ersten Siedlungen bis zur Zeit der französischen Kolonialherrschaft nachzeichnen.
  • Museum für Keramikhandel: In der Tran Phu Street 80 liegt das Museum für Keramikhandel. Es wurde 1995 in einem renovierten Holzgebäude gegründet, das 1858 erbaut wurde. Die Exponate stammen aus Persien, China, Thailand, Indien und anderen Ländern und sind ein Zeugnis für die Bedeutung von Hội An als verkehrsreichster Hafen in Südostasien.
  • Kulturmuseum Sa Huỳnh: Das Museum befindet sich in der Tran Phu Street 149. Es wurde 1994 gegründet und zeigt eine Sammlung von mehr als 200 Artefakten aus der Kultur von Sa Huỳnh, einer 2000 Jahre alten Siedlung aus der später Hội An entstand. Dieses Museum gilt als die originellste Sammlung von Sa Huỳnh Artefakten in Vietnam.
Hội An, die alte Hafenstadt in Zentralvietnam. Foto: Iryna Hromotska / Shutterstock.com

Hội An ist eine alte Hafenstadt in Zentralvietnam und bekannt für ihr Kunsthandwerk.
Foto: Iryna Hromotska / Shutterstock.com